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Für Stiefmütter

Berufstätige Mütter

Viele Frauen "zerspragelts" zwischen den Anforderungen von Alltags- , Berufs- und Familienwelt. Es gibt auch noch eigene Ansprüche, die wir Frauen an uns selbst stellen. Der Preis, alles unter einen Hut zu bringen, ist für viele Frauen sehr hoch.
Das trifft auch nicht immer nur berufstätige Frauen. Es gibt viele Frauen, die zuhause - und somit "alleinerziehend" Sinn im sozialen Sinne - und an ihre eigenen Belastungsgrenzen geraten, wenn die Ehemänner und Väter Vollzeit berufstätig sind und somit daheim keine Entlastung bringen können. Das betrifft vor allem Frauen, die kein soziales Netz oder keine nahen Verwandten, keine Großeltern in nächster Nähe haben.
Als Coach in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen weiß ich, dass es diesen Frauen sehr schwer fällt, "danach" wieder in ihrem Beruf Fuß zu fassen oder beruflich dort anzuknüpfen, wo sie aufgehört haben.

Ich selbst habe immer "nebenbei" gearbeitet, auch als meine Kinder ganz klein waren. In vielen nebenberuflichen Tätigkeiten war ich zum Beispiel nur geringfügig angemeldet und versichert, das zeigt sich jetzt natürlich auf meinem Pensionskonto. Manche Unternehmer, für die ich während meiner Schul- und Studienzeiten gearbeitet hatte, haben mich nicht korrekt angemeldet. Damals wurde das mit dem Versichern nicht so genau genommen. Den Versicherungsdatenauszug bekam ich zum ersten Mal in die Hand, als ich nach der Geburt meines zweiten Sohnes kurzfristig Arbeitslosenunterstützung erhielt. In Summe hatte ich dann zwar sehr viel unterschiedlichste Erfahrungen, vor allem später, in der Arbeit mit Menschen, und unterm Strich dann aber kaum finanziellen nachhaltigen Ertrag.

In all diesen Jahren habe ich gelernt, sehr flexibel und erfinderisch zu sein. Ich habe Nischen gefunden, viele Pläne wieder losgelassen und versucht, an die Bedürfnisse der Welt und meiner Mitmenschen wieder anzupassen. Ich habe viel Neues ausprobiert um mit der Doppelrolle Familie und Beruf umzugehen. Ich habe mich in vielen ehrenamtlichen und sozialen Bereichen und Projekten engagiert. Ich habe gelernt, dass

Heute kann ich sehen, dass die Berufswelt einseitig ist.
Es gibt eine große emotionale Verarmung, und das Denken ist zu mechanistisch. Ich fühlte mich oft in vielen Organisationen fehl am Platze:
vor dem Hintergrund meiner eigenen Lebensgeschicht, dem Aufwachsen meiner Kinder,
meinem eigenen Gewordensein erschien und erscheint mir vieles sehr fragwürdig.
Ich bin nicht bereit, gesellschaftliche Muster einfach und widerspruchslos hinzunehmen und zu übernehmen.
Ich sehe auch keinen Sinn darin, männlich tradierte Werte und Herangehensweisen zu übernehmen. Wir Frauen haben in vielen Bereichen oft die "ganzheitlichere" Sichtweise. Der Beruf von uns Frauen soll nicht dazu dienen, dass wir etwas ausgleichen müssen, weil wir uns als mangelhafte Wesen erleben.

Belle Mère

In Frankreich bedeutet "Stiefmutter" belle-mère - die "schöne Mutter"...
ein netter Ausdruck, zumindest positiver als hier im deutschsprachigen Raum, nicht wahr?

Die Historikerin und Journalistin Barbara Tóth hat den Begriff "Gutmutter" vorgeschlagen.

In Österreich gibt es 85.000 Patchwork-Familien, das sind rund 9% aller Familien mit Kindern. Insgesamt leben 360.000 Personen in Patchwork-Familien. 6% aller Ehepaare mit Kindern und 28% aller nichtehelich zusammenlebenden Paare mit Kindern sind Patchwork-Familien. Patchwork-Familien sind ein eher städtisches Phänomen: in kleinen Landgemeinden gibt es deutlich weniger Patchwork-Familien als in größeren Städten. Die höchsten Anteile gibt es in Wien (10%) sowie in Kärnten und der Steiermark mit jeweils ca. 10%. Am geringsten ist der Anteil mit 7,7% bzw. 8,1% in Salzburg und in Tirol.
(Zahlen auf Basis der Mikrozensus-Erhebung der Statistik Austria sowie Klapfer Karin (2008): Patchworkfamilien. Ergebnisse für das Jahr 2007; in: Statistische Nachrichten 10/2008, 919-926.)


Was ist ein "mütterlicher" Mensch?

„Es kommt nicht auf die Form der Beziehung, sondern auf ihre Lebendigkeit an."
Kerstin Romane

Mutterliebe - Muttermythos

Die Mutterliebe ist genauso ein Mythos und sie kann für viele die Hölle sein. Denn daran sind zahlreiche (unerfüllbare) Erwartungen geknüpft, wie eine Mutter zu sein hat, was sie machen soll und dass sie ihr Kind auch nicht unbedingt in "Fremdbetreuung" geben soll… Mutterliebe stresst besonders frisch gebackene, junge Mutter und … Mutterliebe ist einfach nicht Natur pur.

Wir Frauen sind nicht von Geburt an Mutter. Und wir werden auch nicht einfach so durch eine Geburt zur „Mutter“ – meist dauert es lange Zeit, bis wir auch in diese Rolle „hineinwachsen“, die eine schneller, die andere langsamer, die nächste möglicherweise nie.

Mutterliebe beinhaltet auch, dass wir Frauen prinzipiell dafür geboren sind, für andere zu sorgen, den Haushalt zu machen, Angehörige zu pflegen.

Und wollte man diese Aufgaben teilen, mit den Männern?

Tja, die Frauen kriegen ja trotzdem die Kinder

...und das war schon immer so.

Brief einer Stiefmutter

Ich finde, du hättest auf die Frage, wie es dir gelungen ist, alles unter einen Hut zu bringen, einfach antworten sollen, es ist euch gemeinsam gelungen, und es ist einfach so passiert, du weißt es nicht genau.
Es ist ein Wirken und Entstehen, und je mehr du darüber nachdenkst, desto klarer wird dir, dass es am besten gelingt, wenn du Vertrauen hast, dass alles so, wie es läuft, gut läuft, nicht wahr?
Ja, ich denke, du weißt mittlerweile sehr gut, dass Vertrauen und Mut die besten Komponenten sind, um ein gelungenes Familienleben zu führen, ein gelungenes Leben. Disziplin, sagst du, ja, ich weiß, Disziplin gehört auch dazu, und ich sage dir: Du brauchst Disziplin, um grundsätzlich gegenwärtig vertrauend mutig handeln zu können!
Was sagst Du dazu?

Denke daran: du entspannst dich, du bist aufmerksam, schöpfst aus dem Vollen und es läuft! Du lässt den anderen die Verantwortung für ihre eigenen Zuständigkeiten (und das beginnt ja bereits recht früh, denke an deinen Jüngsten!) und nimmst dir deinen Raum, und es geht dir prima!
Und was du noch beobachtet hast, war, dass es wichtig ist, dich auch um dein Kind zu kümmern, das Kind, das du noch selbst in dir trägst.

Manchmal funktioniert die Kommunikation zwischen dir und deinem Kind nicht gut, manchmal ist sie sogar ziemlich gestört und du bemerkst es meist dann, wenn du wieder einmal mit deinen eigenen Kindern nicht zu recht kommst... es ist wie in der Malerei, wie in der Kunst, wie beim Schreiben: wenn Du unbedingt etwas willst, und es schon genau im Kopf hast, dann funktioniert es am allerwenigsten.

So kannst Du mit Menschen nicht arbeiten.

So kommt auf lange Sicht nichts Fruchtbares heraus. So ist es doch auch mit deiner Schreiberei: du darfst nichts wollen – du darfst keine Forderung an dich selbst haben, keine Vorstellung von dem, was schließlich dabei herauskommen soll. Entweder du kannst etwas oder du kannst es nicht.

Eigensinn dabei ist gut, denn der weist dir den Weg.

Also denke ich darüber nach. Warum ist es mir gut gelungen? Es ist einfach gelaufen, meint mein Mann, und das nehme ich ihm übel, denn ich hätte gerne einen Beweis dafür, dass es so gut gelaufen ist, weil ich so gut dafür gesorgt habe.

Tage später gibt mir ein lieber Freund meines Mannes die langersehnte Bestätigung: bei euch läuft es doch nur so gut, weil du so entspannt an diese Dinge heran gehst. Danke, ja genau, das höre ich gern. Denn in einer Welt, wo es so wichtig ist, zu machen, da fühle ich mich einfach wohl, wenn mir jemand bestätigt, wie fein und wohltuend das für junge Menschen ist, wenn nicht gemacht wird, sondern gelassen wird...

Schnurstracks dreht sie auf den Absätzen um und verlässt den Raum. Machen und lassen. Diese ewigen Konflikte in mir selbst, die um mich herum genau so viel Unruhe erzeugen wie in mir. Eine anständige Frau würde sich um all diese Dinge nicht kümmern. Eine anständige, reife, erwachsene, richtig frauliche Frau würde darüber hinwegsehen und sich nicht aufregen, sie würde darüber stehen, nicht wahr?

Also komme ich zu dem Schluss, dass ich noch immer in meinen Kinderschuhen festsitze und verunsichert Ausschau halte nach jemandem, der mir sagt, wie es geht?

Nein, wohl nicht, aber manchmal, vielleicht.