Für unsere Kinder

Für unsere Kinder

"Die Kinder sind nicht verantwortlich für ihre Untugenden. Sie wissen nicht einmal, wie sich bei ihnen alles entwickelt hat, und genausowenig wissen sie, wie alles jetzt bei ihnen funktioniert.
Sie sind nicht schlecht von Natur aus, sondern haben sich dahin entwickelt, weil sie meinten, so sein zu müssen, um Erfolg haben zu können. Dieses Missverständnis liegt aber schon in ihrer frühesten Kindheit, und man kann sie also nicht dafür verantwortlich machen"
(Adler 1937 i, 75).

Adler betont außerdem, dass es völlig unsinnig ist, nach einer Schuld zu suchen, weil dann „sich seine Eltern wegen eventueller Irrtümer auf ihre Eltern, die auf die Großeltern usw. berufen könnten. Daß also eine Schuld in diesem Sinne nicht besteht“ (1933 b, 201). Es gibt keine Schuld. Keine reinen Täter und keine reinen Opfer. Man muss die Dinge ansehen lernen, wie sie sind und Verantwortung annehmen (s.a. Fuest, John,
Wenke 2014, 279f.; 435ff.).

Wie einer sich bewegt, so ist der Sinn seines Lebens.

Probehandeln

Wie geht also Probehandeln?
Kinder machen nach, was sie von anderen sehen und erfahren, nicht nur von den Eltern, sondern von „ihren“ Erwachsenen überhaupt; sie probieren wie sie mit den Dingen der Welt und mit ihren Mitmenschen umgehen können; wie diese reagieren und wie sie sich selbst dabei fühlen.

Ermutigung zum Ausprobieren und zum Probehandeln ist eine der wichtigsten Voraussetzungen überhaupt, dass Kinder lernen, sich anzupassen UND aktiv gestaltend mitzuwirken in dieser Welt.

Kinder entdecken durch Versuch und Irrtum, dass sie durch ihre Handlungen etwas bewirken; und nach und nach entdecken sie Strukturen und Regeln, wenn ich das tue, passiert das, usw. Sie beobachten und lernen durch Nachahmung der Bezugspersonen, die als mögliche Modelle dienen; welche Verhaltensweisen waren gut, welche nicht erfolgreich?

Das kleine Kind beginnt schon sehr früh Zusammenhänge festzustellen zwischen dem eigenen Verhalten und dem Verhalten der Bezugspersonen; es lernt schon nach wenigen Tagen, durch Schreien oder ähnliches Verhalten die Aufmerksamkeit der Erwachsenen auf sich zu lenken und so angenehme Erlebnisse wie Hautkontakt, Nahrungsaufnahme und Trockenlegen zu erreichen.

Dabei sind Kinder sehr schnell im Erkennen und Anwenden solcher „Muster“, sie sind ja auch von den Menschen abhängig, die sie lieben, und von deren Zuwendung und Feinfühligkeit.

Probehandeln im fortgeschrittenen Alter heißt auch, weiterhin Fehler machen, mit Fehlern umgehen und zu Fehlern stehen zu können. Nur so kann ich die Folgen eines Fehlers ausbessern und zukünftige gleiche Fehler vermeiden. Weil ich es selbst in allen Fassetten erleben durfte.

Die Aufgabe der Eltern ist ungleich schwerer: Loslassen, dort wo es nicht gefährlich ist, eingreifen, wenn Gefahr droht, und - vor allem bei Jugendlichen - ruhig bleiben wenn man weiß, man ist zu weit weg um eingreifen zu können.
Das erfordert eine gehörige Portion an Mut und Vertrauen - und die Fähigkeit zur aufrichtigen Kommunikation.

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