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Mobbing: Chance, Probleme, Illusionen

Gedanken zum Thema Mobbing Teil 2: Chancen, Probleme, Illusionen...

Wie reagieren wir angemessen, wenn es um Mobbing, Ausgrenzung, Gewalt geht?

Hintergründe… zwischen den Zeilen lesen lernen, dahinter blicken…

Gibt es überhaupt eine „angemessene“ Reaktion, wenn Gewalt und Mobbing „passieren“?
Ja, gibt es, und zwar in Form von „Deeskalation“ Strategien.

Aber um uns diesen Möglichkeiten zuzuwenden, müssen wir ganz zurück an den Anfang, um diese zwischenmenschlichen Phänomene zu verstehen.
Wir müssen uns dem Unbewussten zuwenden, dem „inneren Bauplan“ des Menschen, der Schöpferkraft.
Zu philosophisch?

Zu „ganzheitlich“ gedacht?

Zu „ganzheitlich“ gedacht? Wer diese Art von Denken ablehnt, liest am besten nicht weiter. Wer ehrlich interessiert ist daran, unsere Welt ein Stück friedlicher,
ermutigter und demokratischer mit zu gestalten, der ist eingeladen, sich auf meine Gedanken und Worte einzulassen.

Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie, geht davon aus, dass wir alle, jeder einzelne Mensch, so etwas
wie einen „Aggressionstrieb“ haben, der uns antreibt,
uns mit unserem ureigensten Wesen in die Gemeinschaft einzubringen.

Ein Beispiel: wir wollen nicht genau so sein wie unsere Schwester, unser Bruder, wir wollen eine eigene, eigenständige Person sein.

Oder, mögen Sie das, wenn Ihr Mann zu Ihnen sagt: "Du bist wie deine beste Freundin?" (Schlimm ist es, wenn wir unseren Partnern sagen, dass sie wie ihre Eltern seien...)

Wenn wir Kinder ärgern wollen oder Sie kränken wollen,
vergleichen wir sie mit anderen oder sagen Ihnen,
dass sie diese oder jene Eigenschaft
von ihrem Bruder oder von ihrer Schwester haben,
oder vielleicht sogar von ihrem Papa oder ihrer Mama.

Meistens reagieren Kinder darauf empfindlich, denn sie wollen einzigartig sein und trotzdem normal-
also mit dieser wunderbaren, speziellen Einzigartigkeit dazugehören.

Wir müssen unsere eigene Persönlichkeit finden.

In der Individualpsychologie nennen wir das auch
Streben nach Autonomie, Lebenstrieb,
Geltungsstreben, Machtstreben. (So kann man auch den Grad des Selbstwerts und des Minderwertigkeitsgefühls von Mitmenschen,
von erfolgreichen Menschen erkennen...
je mehr sie auf ihre Meinung beharren,
desto schwieriger ist es für sie,
sich als "Teil", als zugehörig zu erleben...
und ihr Selbstwert ist meist sehr angeknackst...)

Das verbindet uns alle miteinander.

Jedes auch nur so kleinste Wesen will eigene Interessen verfolgen, und zwar ganz gezielt (unbewusst, versteht sich!)

Wer Kinder hat oder mit Kindern arbeitet und lebt, weiß: sogar ganz kleine Kinder, Säuglinge, wissen bereits, wie sie sich verhalten müssen,
um die Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse,
allen voran, die Sehnsucht nach Zärtlichkeit und nach Zuwendung, nach Wärme, Geborgenheit,
Essen, Schlaf und so weiter gestillt zu bekommen
und durchzusetzen.
Sie „wissen“, so oder so muss ich mich verhalten, muss ich weinen, muss ich schreien,
damit Mama oder Papa kommen und mich hochheben, mich auf den Arm nehmen, mich streicheln.

Szenario: stellen Sie sich vor, wir würden unsere Kinder oder Mitarbeiter*innen so zur Ruhe bringen,
so eingliedern, so zufrieden stellen, dass kein Streit, kein Konflikt, keine einzige Meinungsverschiedenheit uns zwischenzeitlich voneinander trennt
oder unseren Alltag belebt oder sogar belastet. Was wäre dann?
Oder wenn alle Kinder plötzlich nicht mehr frech wären,
und ganz hervorragend funktionieren,
alles erledigen, schreiben, lernen, üben, trainieren,
ohne jeglichen Widerstand,
alles hinnehmen...
Würden wir das wirklich wollen?

Hans Josef Tymister, der Begründer/Weiterentwickler der "individualpsychologisch-pädagogischen Beratung"
spricht davon, dass wir uns dann in einem „Ameisenstaat“ befänden – eine schreckliche Vorstellung, nicht wahr?

Denn es gäbe, würden wir alle zufrieden und harmonisch miteinander leben, keine Weiterentwicklung – wir würden „funktionieren“, nichts würde sich „reiben“ oder „klemmen“.
Der Aggressionstrieb (Das Wort aggredere kommt aus dem Lateinischen und bedeutet auch soviel wie „auf etwas zugehen“) in uns würde verkümmern.

Diese Kraft in uns ist eine wichtige, essentielle, grundlegende menschliche Eigenschaft.

Kinder müssen sehr früh lernen, sich um ihren Platz in der Familie, in Gruppen, in Systemen, in der Welt überhaupt, selbst zu „erarbeiten“ –
jeder hat einen Platz, ja, natürlich, sobald wir geboren werden, haben wir einen Platz und verdienen Würde und Achtung,
wir haben ein Recht auf Teilhabe.

Doch es ist eben kein Platz, der uns hierarchisch gegeben wird in seinem System –
ja, selbst kleine Kinder, Kleinstkinder, müssen lernen, ihren Platz einzunehmen.

Das Ziel jedes Menschen, jedes menschlichen Wesens ist es, dazuzugehören und sich durchzusetzen,
um als eigenständige Person wahrgenommen zu werden.
Anstatt Kinder also als böse, als unanständig, als schlimm zu beschimpfen, wenn sie schon früh beginnen,
ihren Willen durchzusetzen, sollten wir genauer schauen und beobachten, wie wir beginnen können,
dem Kind beizubringen,
diese „Ich Stärke“ und dieses "Machtstreben" auch umlenken oder umlernen helfen auf sozial verträgliche Verhaltensweisen –
aber eben nicht ausschließlich! Denn wer nur angepasst und sozial verträglich reagiert,
der verliert seinen Eigensinn und seinen eigenen Willen und letzten Endes auch seine Kreativität.

Probleme und Meinungsverschiedenheiten sind einmal grundsätzlich normal,
auch Gruppenbildungen (und in weiterer Folge "leichte" Formen von "Ausgrenzung" - sozial verträglich).
Allerdings:
was geht da vor in unserer Kultur?
Wieso beobachten und erleben einen"Anstieg" von Mobbingfällen und Gewalt und Übergriffen,
auch, oder vor allem, in pädagogischen Einrichtungen und Schulen?

Mobbing: Chance, Probleme, Illusionen

Zur Zeit kommen die Themen
häusliche Gewalt,
Geschwisterkämpfe,
Rivalität,
Konkurrenz und Machtkämpfe,
und Mobbing wieder sehr stark vor
in meinem Leben...
in vielen Bereichen,
und jetzt schreib ich einfach wieder drauf los,
so,
wie ich es gewohnt bin.

Teil 1:
Gedanken zum Thema Mobbing

Ich bin selbst ein gemobbtes Kind.
In den 70er und 80er Jahren hat das allerdings niemand
als Mobbing bezeichnet.

Man hat eher still vor sich hin gelitten
oder das gar nicht so thematisiert.

Ich war aber auch ein "gutes" Kind,
und hab bestimmt viel Angriffsfläche geboten,
weil ich unbedingt gehorsam und angepasst sein wollte
(das hat sich in der Pubertät zum Glück verändert)

Ich kann mich erinnern,
dass es in meiner Klasse Schulkolleginnen gab,
die sich zusammengetan haben
und vor mir dann weggerannt sind;
ich war einmal dabei,
und dann wieder nicht.

Das war sehr unangenehm für mich.
Als meine Oma väterlicherseits,
die gute Rosa, verstarb,
bei der ich viel war,
und die ich sehr lieb hatte,
war das dann doppelt schlimm.

Da gab es in meiner Klasse
einen Jungen
der hat nicht ausgehalten
dass ich leise vor mich hingeweint hab,
und vielleicht hab ich auch gejammert,
weil ich wollte,
dass mich wer sieht in meinem Schmerz?

Dieser Bub
war dann grauslich zu mir,
und hat begonnen,
mich auszugrenzen,
und weil ich im Turnen so patschert war,
hat er natürlich - aus Kindersicht-
viel gefunden
was lächerlich wirkt an mir...

Gott sei Dank
hat meine Klassenlehrerin nichts kommentiert,
sondern mich still bestärkt
und still lieb gehabt, so,
wie ich war.
Und meine Aufsätze gern gelesen
und mit hübschen Sternchen und liebevollen Bemerkungen gewürdigt.

Ich weiß, dass sie ihn allerdings sehr wohl immer wieder links liegen ließ
für sein Verhalten
und für sozial verträgliches Verhalten bestätigt hat,
was bei ihm aber selten vorkam.

Das hat damals für mich gut gepasst.
Es ist EINE Art,
mit sowas umzugehen.

Wenn ich heute mit Kindern rede,
die gemobbt werden,
geht es zuallererst darum,
ihr Vertrauen zu gewinnen.
So,
wie sie jetzt bei mir sind,
werden sie gesehen und geachtet,
und ihre Wut,
ihre Scham,
ihre Traurigkeit,
ihr Schmerz,
sind einfach einmal da.
Wir müssen noch nichts wegtrösten,
oder schnelle Lösungen finden.

Dann gehts darum,
zu ermutigen:
wie könnten wir das Kind entlasten,
das da gerade so belastet ist?

Also machen wir uns meistens auf die Spur
nach den "Verborgenen" Hinweisen:
welche Gefühle löst das Mobbing aus,
welches Ziel könnten die "Mobber" haben?
Welches Ziel - ja, paradox! - könnte der Gemobbte mit seinem Verhalten, das unter Umständen zum Mobbing führt, verfolgen?

Heute,
rückblickend,
gibt es etwas,
das ich als gemobbtes Kind
auch gemobbte Kinder frage,
wenn ich mit ihnen über die Situation rede:
"Gibt es etwas,
das du vielleicht beiträgst,
zum Mobbing? Gibt es einen Beitrag,
den du leistest, der den anderen unter Umständen nicht gefällt?"

Das hilft fürs erste manchmal,
zu erkennen,
dass wir unsere Ohnmacht nicht einfach so hinnehmen müssen.
Es muss aber auch angesprochen werden,
dass es manchmal so ist,
dass Menschen - um ihren eigenen Selbstwert zu "halten"-
andere Menschen quälen
oder ärgern,
und dass vor allem solche,
die sich minderwertig fühlen
und selbst oft beschämt wurden,
zu Mobbern werden.

Die Feinfühligen werden dann meist
zu denen,
die gemobbt werden.
Oder die,
die nicht so gut ins System passen,
weil irgendetwas anders ist.

Die Gescheiten,
die Weisen,
die Zarten,
die "Anderen"
werden auch eher gemobbt als die,
die superfittollgroßartighervorragend sind...

Aber ich kenne auch Kinder,
die sind supertollfitgroßartiggenialliebenswert
und passen gut ins System und werden gemobbt...

Ich habe erst viele, viele Jahre später erkannt,
dass mein persönliches Gefühl
der Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit
viel dazu beigetragen hat zum Mobbing.

Ja,
das klingt jetzt blöd,
aber heute gehört das zu meiner "Mobbing-Biographie"
"ich gehöre dazu, und manchmal gehöre ich nicht dazu"
und mein Dazugehören
hat nichts damit zu tun,
ob ich gehorsam bin
und ob ich alles brav erledige
was die anderen von mir wollen oder erwarten...

Aber das ist vielleicht eine andere Geschichte...
Mobbing ist einen komplexe Sache.
Dazu gehört immer auch das gesamte Umfeld,
die Kommunikation, die Atmosphäre
in dem "es" geschieht.

Mobbing geht alle was an!
Für pädagogische Fachkräfte
ist wichtig,
unbedingt raus aus der Täter-Opfer Schiene!

Das macht das Opfer noch kleiner
und den Täter stärker
oder manchmal sogar umgekehrt.

Bitte,
wenn möglich,
gewohnte Denkbahnen verlassen.
Gelassenheit üben,
um die Ecke denken!

Und dazwischen schauen lernen.
Beziehungen als Phänomen,
als Geflecht anerkennen lernen
(ja, liebe mechanistischen Denksystemverfechter,
das hilft in diesem Falle besser...)

Morgen mehr dazu.

Ich schreibe das
Für die Wenigen und für die Seltenen.
Und all die anderen die es lesen wollen.

Jugend neu denken!

Ziele von Erziehung in einer Demokratie

„Normative Repression“... ich tu es, weil "man" es tut...

Machtkämpfe mit den Eltern sind irgendwann ab der Pubertät - so nennen Entwicklungspsychologen die Zeit des Erwachsenwerdens – unvermeidlich.
In dieser Zeit geht es nicht um Prinzipien, sondern darum, neue, nicht mehr kindliche Formen der Auseinandersetzung mit Autoritätspersonen zu finden und auszuprobieren.
Selbst tun, nicht mehr sich etwas sagen lassen, zu allem eine eigene Meinung haben, diese zu sagen, sind handlungsleitende Prinzipien
Schutz und Zuwendung werden in dieser Zeit ein großes Thema!

In der Altersstufe der 13-Jährigen, setzen sich die meisten Kinder und Jugendlichen damit auseinander, welche Rolle Fehler im Handeln nahestehender Menschen und in ihrem eigenen Leben moralisch spielen. Die eher kindliche Moral des entweder-gut-oder-böse muss überwunden werden zugunsten der Einsicht, dass auch dann Menschen liebenswert sind, wenn sie ab und zu falsch handeln, und dass der Vorsatz, nie zu versagen, nicht mehr zu sündigen, Menschen in ihrem alltäglichen Leben überfordert.

Das gilt auch für sie selbst. Letzteres wissen auch sie selbst, und trotzdem halten Kinder zu lange an ihren naiv-rigorosen Normen fest und entmutigen sich dabei laufend selbst. In diesem Selbstentmutigungsprozess werden sie dann meist noch gefördert, durch die vielen Erziehungspredigten, die sie zu Hause oder/und in der Schule hören müssen.
Es wird im Umgang mit Kindern – bis auf wenige Ausnahmen – aufgrund eines falschen Verständnisses von der scheinbar heilen Welt der Kinder und über ihre Erziehung versäumt, sie von frühester Kindheit an auch am Gespräch über das Versagen aller Beteiligten, also auch der Eltern und anderer älterer Menschen, offen und ehrlich zu beteiligen. Der naive Glauben an die Unfehlbarkeit Erwachsener erst gar nicht groß werden könnte und wenn die Kinder trotz ihres Wissens um die Fehler Vertrauen in ihre geliebten Mitmenschen aufbauen könnten.
Ansehen kommt von „ansehen“ –
Vereinbarungen, Absprachen, gemeinsames Umlernen sind im Konfliktfall immer besser als Strafen; doch kann es sein, dass sie manchmal notwendig sind.
Die Würde des Menschen muss unantastbar bleiben – auch UNSERE Würde.
(Bloßstellen, auslachen ist verboten)
Jugendliche müssen auch eine Chance erhalten, das Leben ihrer Erwachsenen und die Rolle, die sie darin spielen, zu kennen!

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Scheiter heiter!

Wie funktioniert Erziehung zu einem mündigen Bürger in einem demokratischen Staat?
Wie lernen Kinder und Jugendliche, Verantwortung für sich, für die Gemeinschaft und ihre Pflichten zu übernehmen?

In einer Demokratie geht es darum, selbstbestimmt und eigenständig Entscheidungen treffen zu können. Es geht darum, Eigensinn zu stärken, Kindern zu helfen, zu ihren eigenen Überzeugungen zu stehen ohne andere zu verletzen oder jemandem zu schaden. Probleme, Konflikte, Meinungsverschiedenheiten, Gruppenbildung, das alles ist normal. Bei Konflikten soll es nicht darum gehen, wer schuld ist, sondern es geht um Lösungen und darum, was wir daraus lernen können. Das Ziel von Erziehung ist auch, zu verschiedenen Menschen liebenswerte Beziehungen zu haben.

Und, was das Wichtigste ist: Menschsein bedeutet Fehler machen, Dinge ausprobieren, Probehandeln.
In einer Zeit, in der alles nach Individualisierung, Potentialentfaltung und Perfektion strebt,
müssen wir mutig dazu stehen, dass wir alle Fehler machen. Fehler machen gehört zum Lernen, durch Fehler machen bleiben wir lebendig.

Welche Rolle spielen Erwachsene für Heranwachsende?

In der Erziehung geht es vorwiegend darum, den Kindern von Anfang an „dabei zu helfen, es selbst zu tun“. Ein wesentlicher Grundsatz in der Erziehung, in der Pädagogik überhaupt, muss sein: sich selbst überflüssig zu machen. Das bedeutet nicht, dass wir unseren Kindern keinen Schutz und keine Zuwendung zukommen lassen. Es bedeutet, dass wir Situationen willkommen heißen, die unseren Kindern selbstständiges und selbstwirksames Handeln, selbstermutigende Erkenntnisse möglich machen. Erziehung bedeutet aber auch, den Mut zum Leben weiterzugeben – und diesen Mut findet ein Kind nur, wenn es geliebt wird.

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Schule alt-Schule neu?

Schule im Rückwärtsgang: Rückschritt oder Fortschritt?

Wir haben ein großes Problem im österreichischen Bildungssystem: wir wollen grundsätzlich ermutigte, selbstständige, leistungsbereite und kooperierende Menschen.
Solange wir dieses Ziel mit rein kognitiven und mechanistischen Methoden wie in einer Fabrik zu erreichen versuchen, werden wir kläglich scheitern. Die Gefühle der Entfremdung und Überforderung in pädagogischen, sozialen Berufen und in Familien werden weiterhin zunehmen. Die, die nicht viel nachdenken, funktionieren weiterhin am besten.

Mittlerweile ist die Familie nicht mehr nur betroffen von einer „Pädagogisierung“, sondern auch von einer „Verbetriebswirtschaftlichung“, die Bildungseinrichtungen kippen mitsamt der Lehrinhalte in tiefste autokratische, verschulte Strukturen zurück.

Unsere politischen Vertreter hinken Lichtjahre den aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen hinterher.
Ich empfehle Eltern und Lehrern, sich zu verbünden um sich zu ermutigen. In Zeiten wie diesen brauchen wir einander ganz dringend. Seien Sie ungehorsam!
Tyrannische Erziehungsratgeber, entmutigende Notstandsverkünder und neurobiologische Muntermacher senden Sie bitte ungelesen an die zuständigen Entsorgungsbetriebe.

Wie kann Lernermutigung funktionieren? mehr darüber -->

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Niemand ist schuld

Niemand ist schuld

Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer, Erwachsene, wir lernen, leben, essen, lieben, streiten und sind in ständiger Wechselwirkung miteinander. Und alle nehmen Unterschiedliches davon mit in ihr Leben.
Wie sonst wäre es möglich, dass Geschwisterkinder sich so unterschiedlich entwickeln?
Wir Menschen bringen einen „inneren Bauplan“ mit, wir entwickeln eine „private Logik“, einen eigenen „Lebensstil“.

Denken, fühlen und Handeln sind beeinflusst vom Innen, vom Außen, von den Rahmenbedingungen, mit denen wir aufwachsen, von den Menschen, mit denen wir lernen, leben und arbeiten. Und dabei suchen sich Kinder „ihre Lieblingserwachsenen“ aus. Sie entscheiden mehr oder weniger unbewusst, wem sie sich zugehörig fühlen, mit wem sie sich innerlich „verbünden“ wollen, und wir Erwachsenen können dazu viel mehr beitragen (oder eben auch nicht) als uns lieb ist, und trotzdem „machen“ wir „es“ nicht.

Das Kind ist ein selbsttätiges Wesen, und will weder befüllt noch bespielt werden – von Natur aus. Doch das bedeutet nicht, dass manche Kinder aufgrund ihrer Veranlagung oder Persönlichkeit sich nicht gern verwöhnen lassen oder ihre Mitmenschen hervorragend gut in den Dienst stellen können. Wichtig ist, dass wir immer die individuelle Situation und das jeweilige Kind sehen und verstehen lernen, vorausgesetzt, wir wollen Kinder überhaupt ermutigen und ihnen mehr „Begleitende“ als „Erziehende“ sein.

Was brauchen wir Eltern?

Auch Eltern haben ein Recht auf Grenzen, Bedürfnisse und ein eigenständiges Leben. Liebendes Vertrauen brauchen wir in unsere Kinder, damit gemeinsames Leben gelingen kann, vor allem, wenn Probleme und Konflikte den Alltag „stören“ und gemeinsame Lösungen gefunden werden müssen. Ermutigung brauchen wir, um uns dem Leben in all seinen Facetten stellen zu können. Und Mut brauchen wir, um uns jeden Tag neu einlassen zu können in die herausfordernde Aufgabe der „Erziehung“.

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Vertrauen

Vertrauen ins Leben

Für viele Mütter oder Väter bedeutet sogar der Rückzug ihrer Kinder ins eigene Zimmer, wenn sie für sich allein sein wollen, oder sich ins Spiel oder in irgendeine andere Tätigkeit vertiefen und einlassen, bereits der Verlust des Gefühls „Ich werde gebraucht“. Wir können das mit einer Art Eifersucht vergleichen: die Mutter ist eifersüchtig auf die Welt des Kindes, zu der sie im Moment keinen Zugang hat, in der sie jetzt nicht gebraucht wird. Sehr empathische Kinder mögen das als Hinweis interpretieren, dass es ihnen nicht gestattet ist, sich ihre kleine Welt zu „nehmen“, sich dorthin zurückzuziehen. Sie können es sich nicht erlauben, sich hinzugeben, fallenzulassen, ihre Aufmerksamkeit zu polarisieren.

Im Keramik Atelier meiner Freundin begegne ich Paul, einem dreizehn Monate alten Jungen.
Er strahlt vor Entdeckerfreude, eine unglaubliche innere Kraft, ein tiefes Vertrauen ins Leben geht von ihm aus. Mit großen Augen und offenem Mund steht dieser kleine Mensch vor mir, mitten in der großen Werkstatt, und saugt wie ein Schwamm alles auf, was es zu sehen, zu hören, zu riechen und zu erkunden gibt. Ich kann meinen Blick nicht von ihm abwenden; diese Begegnung erfasst mich wie eine Welle und lässt mich Tage danach noch immer nicht los...

Wie können wir Wege finden, auf unsere Kinder einzugehen und ihr Vertrauen zu gewinnen, damit das Zusammenleben leichter gelingt?

Machtkämpfe sind im Zusammenleben mit Kindern und Jugendlichen unvermeidlich. Es geht in dieser Zeit darum, neue, „erwachsenere“ Formen der Beziehung miteinander zu finden.
Je klarer wir in dieser Zeit an unseren Grenzen, an dem, was für uns akzeptabel ist, festhalten, umso weniger werden diese Konflikte eskalieren.
Es ist aber auch wichtig, dass wir im speziellen Einzelfall Misslungenes „übersehen“ und uns einlassen können darauf, dass diese jungen Menschen lernen und Fehler machen müssen. Kinder müssen erfahren, dass auch wir Erwachsene Fehler machen und sollen sich früh damit auseinandersetzen, dass es „die heile Welt“ nicht gibt.

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Bildungskompass

Anscheinend geht es fast nur mehr darum, voneinander unabhängige Fähigkeiten zu schulen á la „Herr Professor, reden Sie nicht so viel, sagen Sie mir lieber, was ich alles lernen soll um die Prüfung zu bestehen!“ Lernen braucht Vertrauen ins Leben, Mitbestimmung im Alltag von Kindesbeinen an, Zugehörigkeit. Auf der anderen Seite braucht es auch Verstehen, Einüben und Probehandeln (also Fehler machen dürfen!).

Lehren heißt „lernen lassen“. Es wird zuviel vorgegeben, vorstrukturiert, vorbereitet, damit anschließend lückenlos ein- und ausgefüllt werden kann, in welcher Form auch immer. Das ist entmutigend und langweilig und nimmt dem Lernen die notwendige Anstrengung. Das nötige Erfolgsgefühl bleibt aus.

Dauerlob macht übrigens abhängig, und die bunten Schulbücher (immer auf Kinderniveau und spielerisch!) erinnern mehr an Gazetten und an diverse auflagenstarke Tageszeitungen. Nivellierung nach unten? Wollen wir es besser machen als unsere Eltern? Dadurch laufen wir Gefahr, uns zu sehr auf uns selbst zu fokussieren und es unseren Kindern zu bequem zu machen.
Alles machen wir, um… zu. Lernen, um zu. Gesund essen, um zu. Theater spielen und Musik machen, um zu. Wofür gibt es eigentlich keine „Kompetenz“? Das ist zum einen Unterforderung und zum anderen Selbstausbeutung, es entwertet den Menschen als ganzheitliches, fühlendes und denkendes Wesen.

Bildung entsteht durch Auseinandersetzung mit der Umwelt, den Dingen, im Dialog mit den Mitmenschen. Dazu braucht es Erwachsene, die bereit sind, sich aus dem Fenster zu lehnen, die nicht nur funktionieren und ihre Rollen gut spielen, sondern authentisch und herausfordernd sind. Blöd, dass jetzt das Funktionieren auch nicht mehr funktioniert… Und bitte, warten wir nicht auf unsere Politikerinnen und Politiker! Das gemeinsame Handeln setzt einen Anfang, es löst etwas aus, und es geht nur in kleinen Schritten im aufrechten Gang weiter.

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Ersatzgötter

Auf meiner persönlichen Suche nach „Ersatzgöttern“…

Das Schlimmste ist, wenn du vergisst, dass du ein Königskind bist
In: Martin, Buber: Die Erzählungen der Chassidim
Wie verstehe ich das Christentum für mich, abseits von moralischen, weltlichen und menschlichen Irrungen und Wirrungen? Mein Gott als „persönliches Gegenüber“? Gleich, ob Mann oder Frau, ob politisch korrekt oder nicht, Jesus, der Revolutionär, der ganzheitliche Psychologe, der mit der Tür ins Haus fällt und die Dinge beim Namen nennt, wo ist dieser Jesus?
Ich habe als sehr junge Frau vieles ausprobiert am esoterischen Supermarkt, zum Teil aus Neugierde, zum Teil aus Widerstand und Rebellion gegen herkömmliche „Denksysteme“. In der Esoterik gibt es, wie überall, Gutes, Schlechtes und viele Dinge dazwischen. Ich traf leider zu viele Anbieterinnen, die mein Bedürfnis nach Selbstbestimmung, geistiger Freiheit und Vielfalt eher verletzt haben.
Nach vielen Jahren fand ich meine eigene Beziehung zum Christentum und zu diesem Gott. Ich fand meine eigene Beziehung zu mir selbst. Das Pendeln zwischen Autonomie und Verantwortung, zwischen Nähe und Distanz, es gehört einfach zu mir. Das Leben wird immer eine Herausforderung bleiben. Du musst das Leben nicht verstehen. Vertrauen, Trost, Glaube, Hoffnung, Zuversicht.

Alles, was ich jemals suchte, es war da, „der Himmel, er war bereits in mir“.
In all meinem Ringen und Zweifeln, in Freude und Liebe, Genuss und Hingabe gibt es für mich ein göttliches Du. Als ich meine vertrauten Standpunkte verlassen hatte, weil ich sie verlassen musste, begegnete ich diesem Du, mitten in einer schweren persönlichen Krise. Ich begegnete Gott auf Augenhöhe. Gleichzeitig begegnete ich Menschen, die ihr ganz persönliches christliches Weltbild mutig und glaubwürdig leben. Das ermutigte mich, zurück zu meinen Wurzeln zu gehen, mit einer völlig neuen Perspektive.
Schritt für Schritt, Atemzug um Atemzug. Das Leben erfordert täglich viele Entscheidungen. Ich bin dankbar dafür, dass es das Leben gibt und dankbar, dass jedem Anfang ein Zauber innewohnt.

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Menschenvolksbegehren

Menschen hautnah
Menschen hautnah

Die Arbeitswelt trennt Kinder von Eltern und Jung von Alt und die Langsamen und Feinfühligen von den Schnellen und „Funktionstüchtigen“. Sie beruht auf Profitdenken, stetem Wachstum und einem mechanistischen Weltbild.

Viele Frauen zerreißt es zwischen der Sehnsucht nach Geborgenheit und nach Autonomie, nach dem Recht auf einen Platz und auf Anerkennung in (männlich dominierten) beruflichen Systemen und nach Unabhängigkeit. Das Leben in der Familie fordert manchmal so viel Selbstaufgabe, dass es manchmal dazu führt, dass wir Frauen uns darin verlieren. Gleichzeitig sorgt dieser Zwang zur Vereinbarkeit dafür, dass für viele die Gefühle der Fremdbestimmung so zunehmen, dass sie sich niemals finden können – als Frau.

Die Werte, die unser Berufsleben bestimmen, sind kapitalistisch orientiert. Sogar im pädagogischen/psychosozialen Bereich arbeiten wir mittlerweile eifrig und gehorsam die unsinnigen formalen und strukturellen Vorgaben eines kapitalistischen „Yes, we can!“ ab. Der Zwang zur Individualisierung und zur Perfektion macht uns zu automatisierten Einzelkämpferinnen. Die Ich-AGs, weil viele nicht mehr mitkönnen, sorgen dafür, dass wir uns ent-solidarisieren.

Sicher, die Emanzipation hat uns viel gebracht. Allerdings müssen wir Frauen uns jetzt auch noch in diesen männlichen und kapitalistischen Systemen bewähren, wenn wir echt gut sein wollen. Lebendige und mitmenschliche Impulse sind zu unterdrücken. Selbstbestimmung, Mitbestimmung und würdiges Leben, das wäre ein Volksbegehren wert!
Wie wollen wir leben in unserer Demokratie, wir Frauen, Männer und Kinder, und, vor allem, wozu leben wir?

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Vom Miteinander Spielen und Lernen

Foto Ulrich Reinthaller
Foto Ulrich Reinthaller

Vom miteinander spielen, arbeiten, streiten und leben Lernen

Wir reden viel über Pädagogik. Bildung und Erziehung neu denken? Wissenschaftlich einwandfreie Ergebnisse sorgen für kognitives Knowhow. Kompetenzmessungen. Potentialentfaltung. Bildungspläne. Notenwahrheit. Bis in den Kindergarten, bis zur Klasse, bis zu den Studentengruppen und zur Lehrerausbildung wird nun alles vorgeschrieben. Die computerunterstützte Verwaltung sorgt für die Umsetzung. Statistisch ausgerechnete Kinder?
Kinder wollen ihr eigenes Leben haben. Niemand will „durchschnittlich“ sein. Und niemand von uns kann abschätzen, welche Folgen dieser Rückfall in zutiefst verschultes und autoritäres Verhalten haben wird. Wir sollten endlich damit aufhören. Es passt nicht in ein demokratisches Menschenbild.

Sicher, wir können nicht mehr zurückgreifen auf gemeinsame Werte und Erziehungsgrundsätze. Alle, die in Kindergärten und Schulen arbeiten, können ein Lied davon singen. Also tun wir alle so, als wäre der Mensch eine Maschine und Erziehung eine mechanistische Aufgabe: wir belehren, schulmeistern und sagen, wie es geht.
Erziehung muss ermutigen, nicht mit dem großen Strom zu schwimmen. Erziehung zur Demokratie bedeutet, dass nicht immer alle in einer Reihe stehen. Wenn wir selbstständige Kinder haben wollen, dann müssen wir uns auch endlich Gedanken machen darüber, wie wir reagieren, wenn Kinder selbstständig sind. Wie gehen wir mit Kindern um, die nicht bereit sind, sich anzupassen? Es geht um Sozialisation, um Beziehung, darum, sich einzulieben und einzuleben. Wir müssen so miteinander leben (lernen), dass das Leben miteinander Freude macht.

Pädagogik kann und soll mehr sein als durchgestylte, professionelle Ideologie. Sie muss sich orientieren am denkenden, fühlenden und handelnden Menschen. Der suchende, leidende, konfliktgeladene Mensch. Bindung, Liebe, Autonomie, Selbstbestimmung. Diese Frage nach dem echten Menschen in der Welt müssen wir uns in der Pädagogik neu stellen.
Bilden ist nicht Machen.

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Tyrannenkinder?

Über Tyrannenkinder und ihre Erziehung

Die Erziehungsprobleme, mit denen viele Menschen konfrontiert zu sein scheinen, haben meines Erachtens nichts mit „Schuld“ zu tun.
Folgende Frage ist viel interessanter: Handelt es sich um eine Folge schwerwiegender Entmutigung aller im Erziehungs- und Bildungswesen Beteiligter, von früher Kindheit an? Erziehungs-, Lern- und Autoritätsprobleme bedeuten immer auch Beziehungsprobleme.

Sozialisation beinhaltet ganzheitliche Prozesse, die von den Stimmungen des pädagogischen und familiären Alltags geprägt werden, und sie beginnt bereits im Mutterleib. Wie wird also mit Mutterschaft und Mütterlichkeit und sogenannten weiblichen Eigenschaften in unserer Kultur umgegangen? Hinzu kommt, dass feste Strukturen, Autorität, und Sicherheiten von Staat, Kirche und anderen Moralinstanzen nicht mehr vorgegeben sind. Jetzt geht es darum, mit Freiheit und Wohlstand und dem Mangel im Überfluss umgehen zu lernen. Für viele Eltern ist die Anforderung, mobil zu sein in jeglicher Hinsicht, beruflich, körperlich, geistig, sozial, eine große Herausforderung.

Es braucht eine starke Identität, Nein zu sagen zur Beliebigkeit. Die dauernde Forderung nach Flexibilität und Individualität erfordert enorme psychische Widerstandsfähigkeit. Viele Eltern haben wenig, an das sie sich anlehnen und auf das sie sich beziehen können. Vieles, das sie geben, müssen sie aus sich selbst herausschöpfen. Konsum und flüchtige Kontakte mit dem illusorischen Erleben von Zugehörigkeit und Anerkennung durch soziale Netzwerke und mediale Manipulation scheinen zumindest kurzfristig befriedigend, aber wir werden emotional und geistig nicht satt davon. Zudem braucht Elternschaft auch den Mut, Trauerarbeit zu leisten: Gefühle, die nicht gelebt wurden, Sehnsüchte, die nicht erfüllt wurden bringen Schmerz. Elternschaft macht verletzlich. Pauschale Bewertungen entmutigen und entzweien PädagogInnen und Eltern noch mehr. „Das“ Kind oder „den“ Jugendlichen gibt es nicht.

Es geht immer um individuelle Menschen mit dem tiefen Ziel, dazuzugehören. Kategorisierungen mögen hilfreich sein beim Finden einfacher Lösungen, sie schüren aber in dieser Form Ängste, Entmutigung und Schuldgefühle noch mehr. Es ist genau jetzt eine Chance, unser Bildungssystem und sogenannte „Werte“ von Grund auf zu hinterfragen. Wir müssen uns alle gegenseitig darin unterstützen, uns als wichtiger Teil einer Gesellschaft zu fühlen. Für demokratische Gesellschaften ist mitmenschliche Achtung dabei wesentlich, und die gilt für falle gleichermaßen.

Lehrer App?

Ich bin bei weitem kein Fan unseres Schulsystems (trotzdem haben wir mit Sicherheit eins der besten, verglichen mit dem Rest der Welt!). Es gibt viele Mängel und strukturelle Altlasten. Allerdings ist die Lehrer App mit Sicherheit nicht hilfreich dabei, mit allen Beteiligten eine differenzierte und ermutigende Auseinandersetzung zu führen. Der Lehrberuf ist im letzten Jahrzehnt komplexer und anspruchsvoller geworden, vor allem wegen der bildungspolitischen Einmischungen einer neoliberalen und postindustriellen Gesellschaft. Was sollen Lehrerinnen und Lehrer noch alles übernehmen? Medienpädagogik, Umwelterziehung, Klimapolitik, Interkulturelles Lernen, Elternarbeit, zusätzliche Administration… Ja, die Schule als Massenerziehungseinrichtung ist als solches nicht mehr zeitgemäß, schon lange nicht mehr, und ja: Lehrerinnen und Lehrer sind vor allem auch an der sozial-emotionalen Erziehung von unseren Kindern mit-beteiligt. Aber die Gratwanderung zwischen Bewertung, Beurteilung und ermutigender Förderung kann doch niemals wirklich gut gelöst werden!

Ja, ich nehme auch wahr, dass gerade die Institution „Schule“ selbst nicht lernfreudig und veränderungswillig ist. Lehrerinnen und Lehrer sind so heftiger Kritik vor allem durch die Massenmedien ausgesetzt. Die meisten Pädagoginnen sind sehr entmutigt – wie viele Menschen nehmen sich jetzt schon heraus, die Qualität und die Art des Unterrichts zu beurteilen! Und das ohne fachliche Kompetenz und Expertise. Liebe Eltern, wir sitzen alle im gleichen Boot. Der Leistungszwang und Leistungsdruck macht uns allen zu schaffen – Tests, Evaluationen, Analysen, Forderungen aus der Wirtschaft und Politik, der Druck, sich für alles rechtfertigen und alles transparent machen zu müssen, dieser Druck entmutigt die Lehrerinnen und Lehrer unserer Kinder.

Diese Schnelllebigkeit und dieser dauernde Anspruch nach Flexibilität, Verfügbarkeit, Multitasking, Konkurrenz und (Multiple Choice und plumper Nürnberger Trichter) Leistung macht uns ALLEN zu schaffen: Kindern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern und Schulleiterinnen und Schulleitern. Er infiziert uns und macht uns unsere Mitmenschlichkeit zunichte.

Weder Lehrerinnen, Lehrer noch Kinder oder Eltern sollten via App beurteilt werden. Feedback und Kritik können in einer Demokratie nur über Dialog, Reflexion, Auseinandersetzung und Diskussion mitmenschlich und kooperativ gelebt werden.

Seminare

Seminarreihe "Ermutigend erziehen" am EKIZ Gleisdorf
ekiz-2019_2020_seminarreihe-ermutigend-erziehen.pdf [187 KB]
Bitte Anmeldungen direkt an: kontakt@ekiz-gleisdorf.at

Viele Termine sind bereits ausgebucht und es gibt neue Termine,
die über das EKIZ Gleisdorf bereits online abrufbar
sind!

Ermutigend erziehen

ekiz-2019_2020_seminarreihe-ermutigend-erziehen.pdf [187 KB]



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22. 1. 2020, Mittwoch, 19. 30 bis 21. 30 Uhr
Geschwister - ich liebe Dich, du nervst mich!



Erziehung zur Kooperation

Fachseminar: Erziehung und Wege zur Kooperation
Über den Umgang mit "verhaltenskreativen" Kindern
Fortbildung für Pädagogische Fachkräften

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